“Meinen Partner erzieh’ ich mir”

Erziehen und unter Druck setzen? Dafür ist die Ehe nicht gedacht. akiragiulia / Pixabay

Mal ehrlich: Wer hatte nicht vor der Hochzeit den vagen Gedanken, die eine oder andere Macke des Anderen werde sich schon noch abschleifen im Lauf der Zeit? Mancher hatte vielleicht sogar die heimliche Vorstellung: „ Den (oder die) krieg ich schon noch umgebogen nach meinen Vorstellungen“. Den Ehepartner erziehen  – kann das gut gehen?

In der Euphorie der anfänglichen Verliebtheit nehmen die meisten Menschen die für sie weniger angenehmen Seiten des Partners nicht wahr oder sie reden sie sich schön. Die so überwältigend attraktiven Vorzüge überstrahlen das weniger Angenehme. In der Routine des täglichen Zusammenlebens tritt anstelle der Verklärung eine realistischere Sicht des Anderen. Auch die anstrengenden Seiten treten zutage und werden zum Stresstest für die Ehe. Plötzlich wirkt der bis dahin so angenehm gemütliche Mann furchtbar faul, die redegewandte Frau erscheint ihrem Mann auf einmal als unerträgliche Tratschliese.

Ergänzen statt Erziehen

Oft sind es gerade die Eigenschaften, die einen anfangs angezogen hatten, die mit den Jahren lästig werden. Aber Mann und Frau sind einander zur Ergänzung geschaffen: Gott schuf Eva aus der Seite des Mannes, damit die beiden in ihrer Verschiedenheit eine Einheit werden. Gerade in der Unterschiedlichkeit und Unvollkommenheit beider Partner liegt die Chance, aneinander zu wachsen und zu reifen.

Spirale zum Guten

Wer dahin kommen will, muss sich klar machen: Nörgeln hilft hier nicht weiter. Wer immerzu an seinem Partner die Schwächen kritisiert muss sich nicht wundern, wenn diese dadurch intensiver zutage treten. Wer sich hingegen bewusst entscheidet, den Anderen wieder mit Augen der Liebe anzusehen und seine Vorzüge bewusst zu loben, setzt damit eine Spirale zum Guten in Gang. Sowohl seine eigene Sicht wird sich verändern als auch der Partner, der dadurch motiviert wird, dem positiven Bild immer mehr zu entsprechen.

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