Filmkritik: Eyjafjallajökull (heißt wirklich so)

 

 

Vulkanfilm
Foto: universum film

 

 

 

Die Story des neuen Films „Eyjafjallajökull“ klingt verheißungsvoll: Geschiedenes und verkrachtes Paar ist getrennt auf dem Weg zu Hochzeit der gemeinsamen Tochter in Griechenland. Da zwingt sie der Ausbruch des isländischen Vulkans mit dem unaussprechlichen Namen Eyjafjallajökull zu einer gemeinsamen Autofahrt, weil kein Flugzeug mehr starten darf.

Am Anfang steht noch der blanke Hass zwischen dem Fahrschullehrer und der Tierärztin, aber angesichts der irren Abenteuer mit geklauten Autos, gestohlenem Kleinflugzeug und katastrophalen Unfällen kommen sich die beiden 20 Jahre nach der Scheidung  auf 2.100 Reisekilometern wieder nahe.

Die Besetzung der Rollen ist gut, u.a. mit Dany Boon („Willkommen bei den Sch’tis”) in der Hauptrolle. Das kann leider nicht verhindern, dass der Film im Klamauk stecken bleibt. Letztlich erfährt man nichts über dieses Paar – weder was sie einmal aufeinander heiß gemacht hat, noch was zur Trennung führte. Und selbst die Wiederannäherung auf der abenteuerlichen Reise nach Griechenland erfolgt so abrupt, dass man sie nur im Rahmen der allgemeinen Komödienheiterkeit zur Kenntnis nehmen kann.

Ach, aus dem Stoff hätte man so viel machen können! Warum verliert das, was uns als Paar aneinander anzieht, an Kraft? Wann entscheidet sich, ob ein Paar nicht mehr an seiner Ehe festhalten will? Vor allem aber: Wie würden wir unsere Beziehung entwickeln, wenn es nur noch uns beide gäbe? Denn das genau ist ja für die Stunden des chaotischen Trips Richtung Athen die Situation der beiden Hauptfiguren, die im europäischen Verkehrschaos ganz auf sich gestellt sind.

So wird die Oberfläche nicht mal angekratzt, es bleibt bei ein paar Lachern.  Der Film ist nicht langweilig, aber man hat ihn auf dem Weg zum Ausgang auch schon fast vergessen.

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