Artikel-Schlagworte: „Familie“

Es ist kein Geheimnis, dass wir bei Patchworkfamilien viele Probleme sehen. Für Kinder ist die Trennung von einem Elternteil wegen einer Scheidung ein Trauma, an dem sie sich oft genug selbst die Schuld geben (auch wenn das völlig irrational ist). Zweitehen nach Scheidung gehen noch häufiger in die Brüche als Erstehen. Der SWR wird sich ab 8. Juni mit dem Thema beschäftigen („Meine, deine, unsere Kinder – Abenteuer Patchworkfamilie“) und bereitet darauf mit einer Pressemitteilung vor.

Ich habe noch keine der Sendungen gesehen, vielleicht sind sie exzellent gemacht. Ich gebe aber schonmal eines zu bedenken: Welche Patchworkfamilie lädt wohl eher ein Kamerateam zu sich nach Hause ein? Eine, bei der alles ganz schwierig ist, oder eine, bei der es insgesamt gut läuft? Entsprechend erwarte ich von der Doku gewisse Verzerrungen, die angesichts dessen, wie Fernsehen funktioniert, nahezu unvermeidlich sind.

Die Rede von der „Qualitätszeit“ ist ein Mythos. In Ehe und Familie kommt es auch auf die Quantität an. Zwar muss sich daraus Qualität ergeben, aber das passiert in Beziehungen eben nicht auf Knopfdruck (nach dem Motto „Lass uns die nächsten zehn Minuten Qualitätszeit miteinander haben“). Im Blick auf Kinder passt dazu dieses englischsprachige Video mit Mark Driscoll:

 

Er berichtet von einer überraschenden „Qualitätszeit“ mit seiner Tochter. Zitat: „Qualitätszeit kommt manchmal, wenn Du sie am wenigsten erwartest.“