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Elternsein ist ein Lebensprojekt. Doch nach 20 bis 25 Jahren ziehen die Kinder in der Regel aus. Ehepaare stehen dann nicht selten vor einem leeren Nest und einem entleerten Leben. So lange war man jeden Tag füreinander da, plötzlich beginnt ein völlig neuer Abschnitt.

Die Kinder sind ausgeflogen – Zeit, sich in der #Ehe neu einzurichten. /
Hans / Pixabay

Fachleute sprechen sogar vom Empty-Nest-Syndrom, also von einer Krankheit, ausgelöst vom leeren Nest. Das sollte niemand unterschätzen. Gerade leidenschaftliche Eltern nicht, die ungeheuer viel Lebensenergie in ihre Kinder investiert haben.

Wie kann man sich vor diesem Syndrom schützen?

  • Der Ehe Priorität geben

    Das gilt schon in der Phase, wenn die Kinder noch im Haus sind. Gönnen Sie sich ein- bis zweimal im Jahr Auszeiten vom häuslichen Familienleben. Gehen Sie nur als Ehepaar auf eine Freizeit, machen Sie eine Städtereise, wandern Sie. Die Versorgung des Nachwuchses für ein Wochenende lässt sich meistens organisieren.

  • Die Wohnung neu gestalten

    Manche Eltern behandeln verlassene Kinderzimmer wie ein Museum. Kuscheltiere und Poster bleiben dort und erinnern an eine „gute, alte Zeit“. Sinnvoller ist es, diesen Räumen einen neuen Sinn zu geben: als heimisches Büro, privater Fitnessraum oder als Gästezimmer. Auf diese Weise konfrontieren Sie sich nicht ständig mit dem Gefühl, etwas verloren zu haben.

  • Freiräume nutzen

Wenn Erziehung und tägliche Versorgung der Kinder kein Thema mehr sind, besteht die Chance, freigewordene Energie in andere Bereiche zu stecken. Bestimmt können Sie sich jetzt in Ihrer Gemeinde stärker einbringen. Auch Hobbys lassen sich zurückerobern. Und gibt es nicht ein paar Freunde, die von Ihnen in den vergangenen 20 Jahren vernachlässigt wurden? Holen Sie hier etwas auf. So kann gerade die Zeit des leeren Nestes eine reiche Zeit werden.

 

 

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Lebt Ihr eine „Leuchtturm-Ehe“? // Grafik: Senior / Pixabay

 

 

 

 

Man hört es von allen Seiten, und es ist doch nur Geschwätz: Familie sei ein Auslaufmodell und die Ehe stehe vor dem Bankrott. So sagte unlängst Berlins Frauen-Senatorin Dilek Kolat (SPD): „Es ist nicht mehr die Realität in unserer Gesellschaft, dass Familie aus Vater, Mutter, Eheschein und Kindern besteht“.  Diese Worte zeugen von einer massiven Wahrnehmungsstörung, denn selbst in der ach so progressiven Bundeshauptstadt ist die Ehe weiterhin die häufigste (!) Lebensform  – diesen Platz 1 teilt sie sich dort allerdings mit den Singles.

Kommen wir also vom Geschwätz zu den Fakten. Jährlich geben sich in Deutschland etwa 380.000 Hochzeitspaare das Ja-Wort.  Diese Zahl blieb in den vergangenen 15 Jahren abgesehen von leichten Schwankungen relativ stabil. Über 70 Prozent der Kinder wachsen bei ihren verheirateten Eltern auf.

Ein Auslaufmodell sieht anders aus

Die meisten Menschen wünschen sich nach wie vor die Verbindlichkeit der Ehe und lebenslange Treue. 90 Prozent der Verheirateten würden ihre Ehepartner wieder heiraten. Und für die befragten Jugendlichen in der Shell-Jugendstudie 2015 war „ein gutes Familienleben führen“ der wichtigste Wert für ihr Leben. Ein Auslaufmodell sieht anders aus…

Eines fällt aber beim Blick in die Ehe-Statistiken auch auf: Das dauerhafte Festhalten am Trauversprechen fällt vielen schwer. Etwa jede dritte Ehe wird vor der Silberhochzeit geschieden. Für eine Zwei-Drittel-Mehrheit funktioniert die Ehe, aber der Anteil der Gescheiterten ist in den vergangenen Jahrzehnten gewachsen und heute viel zu hoch.

Lobgesänge statt Grabgesänge

Was tun? Auf jeden Fall nicht realitätsblind in die Grabgesänge auf die Ehe einstimmen. Wem die Ehe am Herzen liegt, dessen wichtigste Aufgabe ist es, selbst eine gute Ehe vorzuleben. Eine Leuchtturm-Ehe, die anderen Lust aufs Heiraten macht. Es gibt wenig Ermutigenderes als Ehen, die gegenseitige Wertschätzung zeigen; Ehen, die Krisenzeiten durchstehen; Ehen, in denen die Liebe spürbar lebt.

Durch geliebtes-leben.de, die 10 Great Dates, Vorträge und Seminare wollen wir Ehe-Mutmacher sein. Gerne unterstützen wir Euch vor Ort, wenn Ihr dieses Anliegen auch auf dem Herzen habt.

 

 

 

 

Der Valentinstag naht. Feiert Eure #Ehe! virandek / Pixabay

 

 

 

Am 14. Februar ist Valentinstag, der höchste Feiertag für Romantiker und Blumenhändler. Verliebte beschenken einander. Dass Männer ihrer Liebsten Blumen mitbringen, gehört an diesem Tag angeblich zur Etikette. Auch wenn sich nicht jeder das künstlich gesetzte Datum zu Herzen nehmen will (zumal man Blumen nie teurer einkauft als in dieser Woche), ist doch der Gedanke genial, dass Paare einander etwas gönnen und ihre Liebe feiern.

Diese gute Idee greift die „Marriage Week“, die „Woche für Ehepaare“ auf. Um den Valentinstag herum schaffen auch dieses Jahr wieder etliche Gemeinden attraktive Angebote: Vom Ehe-Frühstück bis zum romantischen Candle-Light-Dinner, vom Kommunikationstraining bis hin zum Tanzkurs gibt es ein vielseitiges Programm, um Ehen zu stärken, die Liebe zu beleben und Paaren Gelegenheit zu geben, ihr Trauversprechen zu erneuern. Zugleich senden die vielen Veranstaltungen ein wichtiges Signal an die Öffentlichkeit: Ehen sind es wert, gepflegt zu werden!

Angebote sind rar

Leider haben noch viel zu wenige Gemeinden die Anliegen der „Marriage Week“ erkannt und umgesetzt. Ehepaare werden zwar im Gottesdienst getraut, danach aber in den Herausforderungen ihres Beziehungs-Alltags alleine gelassen. Angebote sind rar, die eine Ehe wetterfest machen für die Stürme, die praktisch an jeder Ehe rütteln. So wissen viele Verheiratete auch nicht, an wen sie sich wenden können, wenn es in ihrer Partnerschaft Probleme gibt. Es wäre so wichtig, mit Angeboten vor Ort Paare zu stützen.

Jetzt an 2018 denken!

Wer es in diesem Jahr versäumt hat, eine Gemeindeveranstaltung für Ehepaare zu organisieren, kann es fürs kommende Jahr auf die Agenda setzen: Jetzt ist der richtige Zeitpunkt, um für 2018 zu planen. Schon mit einem kleinen Mitarbeiter-Team lässt sich ein Impuls-Abend, ein Rendezvous für Ehepaare oder ein Ehe-Segnungs-Gottesdienst auf die Beine stellen. Wie wunderbar wäre es, wenn jede Gemeinde einen Arbeitskreis ins Leben riefe, der sich in der Fürbitte und mit guten Angeboten für gelingende Ehen stark macht.

 
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Was löst die Nachricht einer Scheidung in uns aus? / Foto: stevepb / Pixabay

 

 

 

Es war die Promi-Nachricht des Jahres: Das Schauspieler-Duo Angelina Jolie und Brad Pitt geht künftig getrennte Wege. Auf allen Nachrichtenkanälen war davon die Rede, galten die beiden doch als das Vorzeigepaar und mit ihren sechs Kindern auch noch als Vorzeigefamilie. Die Satireseite „Der Postillon“ ulkte sogar, der Präsidentschaftswahlkampf in den USA sei wegen der angekündigten Trennung ausgesetzt worden.

Immerhin: Scheidungen werden weiterhin als Drama und in mancher Hinsicht sogar als Katastrophe wahrgenommen. Das hat in den vergangenen Monaten niemand schöngeredet. Jeder fühlt, dass es so weit nicht hätte kommen sollen, dass Weichen falsch gestellt wurden, dass hier Menschen aneinander gescheitert sind.

Ein Nadelstich

Gleichzeitig ist jede Scheidung ein Nadelstich  für die Verheirateten: Wie steht es eigentlich um meine eigene Ehe? Der Apostel Paulus hat einmal einen wichtigen Ratschlag gegeben: „Wer meint, er stehe, mag zusehen, dass er nicht falle.“ ( 1. Kor 10,12) Er bezieht das auf Hurerei und Götzendienst, aber es passt präzise auch auf Eheleute.

Eine der größten Versuchungen in unseren Ehen ist es, sie als Selbstläufer zu betrachten – gerade in guten Zeiten, wenn man vergnügt miteinander unterwegs ist und eigentlich keinen Beziehungsstress hat. Umso überraschter sind wir, wenn plötzlich „böse Tage“ voller Missverständnisse, Kränkungen, Vernachlässigungen kommen. Wo sind die guten Gefühle, wo ist die Harmonie der Seelen geblieben?

Ehen „wetterfest“ machen

Deshalb werben mein Mann und ich so leidenschaftlich dafür, nicht nur in Krisensituationen etwas für die Beziehung zu tun, sondern immer. Unsere Leitgedanke lautet: Gute Ehen besser machen. In anderen Worten: die Ehe „wetterfest“ machen. Das Dach eines Hauses deckt man bei Sonnenschein und nicht im strömenden Regen. So können Paare, die sich in ihrer Liebe eigentlich unerschütterlich fühlen, die guten Tage dazu nutzen, böse Tage zu verhindern oder deren Folgen zumindest abzumildern.

 

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Gemeinsam Beten – ein Segen für die Ehe. / Foto: Mbragion / Pixabay

 

 

Miteinander essen, miteinander reden, miteinander schlafen – das gilt in der Ehe als der Normalfall. Aber miteinander glauben? Selbst wenn beide Ehepartner Christen sind, tun sich viele damit schwer, geistliche Gemeinschaft zu pflegen. Franz, ein Freund aus Österreich, berichtet: „Es ist mir leichter gefallen, meine Frau zu bitten, mit mir zu schlafen, als mit mir zu beten.“

Dabei ist der Wunsch nach geistlicher Gemeinschaft bei den meisten da, doch sie empfinden Blockaden. Das gemeinsame Gebet ist tatsächlich eine sehr persönliche Angelegenheit. Man offenbart dabei viel von sich, gesteht auch eigene Unzulänglichkeiten ein. Wie bei der körperlichen Intimität entblößt man sich und gewährt  Einblick in die eigene Seelenverfassung. Das erfordert Mut und großes Vertrauen. Weil aber dem gemeinsamen Gebet die besondere Verheißung der Gegenwart Jesu (Matth. 18,10) gilt, sollte sich kein christliches Ehepaar diesen Segen entgehen lassen.

Mit Ritualen einsteigen

Wie lösen wir die Blockade? Am besten, indem wir uns nicht zu viel auf einmal vorzunehmen. Es muss ja nicht gleich das komplette Neue Testament gemeinsam studiert werden.  Abendfüllende Gebetsgemeinschaften sind auch selten der ideale Einstieg in das gemeinsame geistliche Abenteuer. Gut geeignet sind Rituale. Sie sollten niedrigschwellig sein, damit sie nicht zu Frust und Kapitulation führen, zum Beispiel:

 

  • Gemeinsam beim Frühstück die Losung lesen. Danach betet jeder noch laut für ein Anliegen.
  • Abends vor dem Schlafen gehen Gott abwechselnd Danke sagen für den Tag.
  • Einen festen Termin in der Woche einplanen, um zusammen in der Bibel zu lesen, eine Predigt anzuhören, auszutauschen, was jedem auf seinem Weg mit Gott gerade bewegt.
  • Beim Auseinandergehen am Morgen einander Gottes Segen zusprechen: „Gott segne und behüte dich heute in allem, was du tust.“
  • Gemeinsam geistliche Lieder singen und musizieren.

Ehepaare, die als geistliches Team zusammen stehen, erleben mit Gott in ihrer Mitte ungleich mehr Tiefe und Reichtum. Ein christliches Ehepaar ist die kleinste Gemeinde der Welt.

 

 

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Kämpfen – nicht gegeneinander, sondern füreinander. / Foto: Gellinger / Pixabay

 

 

Kürzlich trafen wir einen Mann, der seine Ehe als großen Fehler bezeichnete. Immerhin – er ist seit 22 Jahren verheiratet. Marcus fragte ihn, ob er mit seiner Frau nicht doch nochmal einen Neuanfang wagen wolle. Seine Antwort: Über das Stadium sind wir hinaus, das ist keine Option mehr. Wir können einfach nicht miteinander. Da ist zu viel schief gelaufen. Zu spät.“
Mich macht das traurig: Man ist verheiratet, bleibt verheiratet, weil man letztlich keine Alternative sieht – aber hat jede Hoffnung verloren, dass aus der momentan so schlechten Ehe eine gute werden kann. Manche (vor allem die Frauen) warten noch, bis die Kinder groß sind, um dann endgültig auszusteigen.

Die Kinder spüren es…

Wie können Menschen so nebeneinander her vegetieren? Tatsächlich beinträchtigt die schlechte Stimmung in der Ehe das gesamte Erleben aus. Auch die Kinder, wenn welche da sind, leiden. Sie spüren es nämlich immer, wenn der Haussegen schief hängt.
Müssten sich nicht beide eingestehen, dass irgendetwas total falsch gelaufen ist – um dann gemeinsam zu überlegen,  wie es besser laufen könnte? Kann Aufgeben für Ehepaare überhaupt eine Option sein? Wie fatal ist das, zu sagen: Jetzt ist es schlecht, aber ich werde nichts mehr dafür tun, dass es besser wird. Ist das Masochismus? Die Liebe zum Leiden?

Wer kämpft, kann verlieren

Schauen Sie auf die Jahre, die vor Ihnen liegen! Wie wollen Sie die gemeinsam erleben? Was könnten sie für eine bessere Ehe tun? Wie könnten Sie durch eine kleine Geste Ihrem Partner Liebe erweisen? Am besten tun Sie gleich heute einen ersten Schritt.
Wer kämpft, kann verlieren. Wer nicht kämpft, hat schon verloren. Es ist immer besser, den Kampf noch einmal aufzunehmen, als sich in der Verliererposition zu suhlen.
Aufgeben heißt, sich um persönliches Glück zu bringen und gleichzeitig eine Ehe zu leben, die auch von außen niemand attraktiv findet. Für Christen sollte Aufgeben deshalb niemals eine Option sein.

 

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Gesundheitsfaktor Ehe. / Foto: Clker-Free-Vector-Images / Pixabay

 

 

 

Vor einer Zeit lag in meinem Briefkasten meine ganz persönliche Einladung zum Mammographie- Screening, also zur Brustkrebsvorsorge. Ist es nicht rührend, wie man sich um mein Wohlergehen kümmert? Aber nicht nur die Krebsvorsorge wird uns ans Herz gelegt. Für Präventionsmaßnahmen in den Bereichen Ernährung, Bewegung, Stress und Sucht gibt es per Gesetz verordnete Zuschüsse von den Krankenkassen. Selbst die Kosten für die professionelle Zahnreinigung erstatten viele Kassen im Wissen, wie viel preisgünstiger das Vorbeugen im Vergleich zur Beseitigung von Schäden ist, die mangels richtiger Pflege häufig entstehen.

Gesunde Liebe

Mich erstaunt, dass Ehekurse und Paartherapien bislang nicht als förderwürdige Präventionsprogramme anerkannt sind. Der Nutzen einer guten, funktionierenden Ehe ist durch zahlreiche Studien aus verschiedenen Ländern belegt: Verheiratete sind im statistischen Durchschnitt glücklicher und insgesamt gesünder als Singles, aber auch als Partner, die ohne Trauschein zusammen leben. Verheiratete Männer leben länger und sie ernähren sich ausgewogener, auch Mütter sind seltener krank. Kinder aus intakten Familien weisen deutlich weniger Entwicklungsstörungen auf. Die Liebe tut den Menschen offensichtlich gut!

Appell an die Krankenkassen

Was läge da näher, als alles dafür zu tun, Ehen zu schützen und zu verbessern? Kurse für Verlobte und Verheiratete sowie spezielle Ehe-Wellness-Wochenenden müssten von den Krankenkassen subventioniert werden. Menschen müssten in Aufklärungsbroschüren ermutigt werden, ihrem Ehepartner im Alltag Priorität zu geben und Liebe zu zeigen. Kommunikationstrainings für Paare könnten helfen, Gesprächsblockaden zu beseitigen.

Ob diese Ideen bei den politisch Verantwortlichen jemals Gehör finden, bleibt fraglich. Also müssen Ehepaare das Thema Prophylaxe vorläufig selbst in die Hand nehmen. Das muss auch gar nicht viel kosten. Der wöchentliche Ehe-Abend, tägliche Umarmungen und freundliche Worte – es gibt unendlich viele Möglichkeiten, dem Anderen zu zeigen: Unsere Beziehung ist mir wichtig. Wann ist Dein nächstes Ehe-Screening?

 

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Der Ehealltag braucht Oasen / Foto: skeeze / Pixabay

 

 

 

Die Liebe schafft Hochgefühle. Mit Schmetterlingen im Bauch legt sie los, führt Frau und Mann über gemeinsame, begeisternde Erlebnisse vor den Traualtar und beglückt die frisch Verheirateten, für die im neu entstandenen Wir Träume in Erfüllung gehen.
Doch das Hochgefühl, der Kick, ist kein Dauerzustand. Er kann es auch gar nicht sein – ein ausschließlich aus Höhepunkten bestehendes Leben würde kein Mensch aushalten. Es ist wie beim Achterbahnfahren: Beim ersten Mal ist es wahnsinnig aufregend, aber wer zehn oder zwanzig Mal hintereinander fährt, verliert die Begeisterung.

Tiefe statt Höhe

Das Ziel der Liebe besteht nicht darin, von Höhepunkt zu Höhepunkt zu eilen. Statt um Höhe geht es im Wesentlichen um Tiefe: Verlässlichkeit, Vertrauen, Geborgenheit. Paare, die das dauerhaft erleben, haben die Champions League der Ehe erreicht. Um dort hin zu kommen, braucht es eine dem Partner zugewandte, sein Wohl suchende Haltung und den regelmäßigen Austausch miteinander.
Natürlich wird die Beziehung langweilig, wenn es nie begeisternde Erlebnisse gibt. Es lohnt sich, sie zu schaffen – und es muss nicht gleich die Wildwasserfahrt im Zweier-Kanu auf einem Alpenfluss sein. Auch ein paar Flüchtlinge zum Abendessen einzuladen und diese Begegnung gemeinsam vorzubereiten, kann aufregend sein.

Oasen suchen

Wenn also der Kick in einer Beziehung fehlt, ist das noch kein Alarmzeichen. Alltag ist Alltag, und die Farbe grau lässt sich auch aus einer Ehe nicht vollständig verbannen. Gerade in trüben Zeiten ist es erstmal wichtig, am Partner festzuhalten und seine Gedanken nicht in andere Richtungen schweifen zu lassen.
Aber dann sollte man in der Alltagwüste natürlich nicht stehen bleiben, sondern Oasen suchen. Gemeinsame Erlebnisse, die Spaß machen und das Gespräch fördern. Dienste in der Gemeinde, Ausflüge an unbekannte Orte, die kreative Umgestaltung eines Zimmers in der Wohnung. Ideen gibt es genug und hoffentlich auch den Willen, immer wieder eine neue davon umzusetzen.

 

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Aufrechnen in der Beziehung – das geht schief. / Foto: WolfBlur / Pixabay

Wer Geschäfte macht, erwartet selbstverständlich den angemessenen Gegenwert für die gelieferte Ware oder erbrachte Dienstleistungen. Dieses „Wie du mir, so ich dir“ -Prinzip übertragen viele (häufig unbewusst) auf ihre Ehe. Sie erwarten von ihrem Ehepartner einen Ausgleich für geleistete Arbeit, für Gefälligkeiten und für ihr Entgegenkommen bei Unstimmigkeiten. In ihren Gedanken führen sie eine Art Schuldenkonto.

 

Geschäftsbeziehung?

 

Steigt die Minus-Bilanz, folgert daraus zunehmende Unzufriedenheit bei demjenigen, der sich als ewig Gebender ausgebeutet fühlt. Dieser Frust kann zu Liebesverweigerung oder Rachegefühlen führen: „Wenn du für mich nichts tust, dann bekommst du meine Liebe auch nicht mehr.“
Aber Achtung: Die Ehe ist keine Geschäftsbeziehung. Sie ist auch mehr als eine Partnerschaft, in der man gemeinsam Haus und Hof verwaltet und die Kinder versorgt. Sie ist weit mehr als ein Austausch gegenseitiger oder für den Anderen erledigter Dienstleistungen. Ja: Es kommt vor, dass der Andere nicht würdigt, was sein Partner für ihn tut. Und selten geht es in einer Ehe völlig ausgeglichen zu.

Weiter lieben

In der Ehe geht es vor allem um eine Liebesbeziehung. Die Liebe schenkt ohne zu wissen, ob der Andere zurückgeben kann. Sie ist bereit, zu investieren ohne die Frage zu stellen: „Was habe ich davon?“ Sie ist bereit, dem anderen liebevoll zu dienen und stellt das Wohl des Anderen vorne an. Nicht umsonst spricht Paulus vom großen Geheimnis der Ehe: Sie soll die Beziehung Jesu zu seiner Gemeinde widerspiegeln. Er gab alles für sie, ging für sie bis zum Äußersten. Er ließ sein Leben, um sie zu retten.

Schwer wird es, wenn einer sich in der Ehe grundsätzlich als der allein Gebende fühlt. Das Wissen: „Gott gab alles für mich und schenkt sich mir täglich neu“, kann vor dem Ausbrennen bewahren und helfen, weiter zu lieben und dem Anderen seine vermeintliche Ignoranz zu vergeben.

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Scheidungsgedanken – was sind die Ursachen? / Foto: Prawny / Pixabay

 

„Ich wehre mehr Scheidungen ab, als ich aktiv betreibe.“ Das sagte die österreichische Trennungs-Expertin Helene Klaar in einem Interview mit dem Süddeutsche Zeitung Magazin. Ihre Beobachtungen zeigen ein realistisches Bild von Ehe und werfen einen schonungslos kritischen Blick auf Scheidung.

* Mehr als Romantik

Die Ehe verpflichtet beide Partner, füreinander zu sorgen, einander Sex zu gewähren und gemeinsam Verantwortung für die Kinder zu tragen. Das klingt unromantisch. Aber Ehe nach dem Gesetz bedeutet vor allem Rechtssicherheit und Schutz. So empfiehlt die Anwältin ihren Klienten nicht selten, eine Scheidung aufzuschieben und erst die Folgen für alle Beteiligten gut zu bedenken.

* Die 40 -Stunden-Woche als Wurzel allen Übels

Vollzeitjob, Haushalt, Kinder – niemand kann all dem gerecht werden. Unter zu hoher Belastung  entstehen gegenseitige Vorwürfe. Fast zwangsläufig bleibt dann oft die Liebe auf der Strecke. Gefragt, wie sie selbst diesen Spagat geschafft habe, gesteht die seit fast 40 Jahren Verheiratete freimütig: „Wir haben Stress gehabt“. Man müsse dann lernen, Unordnung zu ertragen und weniger perfektionistisch zu sein. Außerdem hätten ihr und ihrem Mann geteilte politische Überzeugungen sehr geholfen. Dasselbe gilt sicherlich noch mehr für den geteilten Glauben eines Paares.

* Nein zum Ehevertrag

Von der vertraglichen Absicherung hält die Rechts-Anwältin nicht viel. Die komme meist den Männern zugute. Frauen verzichten frisch verliebt und nicht ahnend, dass ihre Beziehung auch einmal schwierig werden könnte, auf ihre Ansprüche. Sind dann Kinder da und die Ehe geht in die Brüche, nicht selten, weil der Mann sich in eine Jüngere verliebt, seien die Frauen die Leidtragenden.

Mich fasziniert, wie diese Juristin fürs Zusammenbleiben auch in schwierigen Zeiten wirbt. Die Anstrengung lohnt. Gerade Christen sollten diesen guten Kampf mit Gottes Hilfe entschiedener kämpfen.

 

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